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Gedichte – Hugo von Hofmannsthal

Dein Antlitz war mit Träumen ganz beladen. Ich schwieg und sah dich an mit stummem Beben. Wie stieg das auf! Daß ich mich einmal schon In frühern Nächten völlig hingegeben Dem Mond und dem zuviel geliebten Tal, Wo auf den leeren Hängen auseinander Die magern Bäume standen und dazwischen Die niedern kleinen Nebelwolken gingen Und durch die Stille hin die immer frischen Und immer fremden silberweißen Wasser Der Fluß hinrauschen ließ – wie stieg das auf ! Wie stieg das auf! Denn allen diesen Dingen Und ihrer Schönheit – die unfruchtbar war – Hingab ich mich in großer Sehnsucht ganz, Wie jetzt für das Anschaun von deinem Haar Und zwischen deinen Lidern diesen Glanz! I c h lö s c h d a s L ic h t … I c h l ö s c h d a s Li c ht M i t p ur p ur ne r H a nd , S tr e i f a b d i e W e l t Wi e e i n b unt e s G e w a nd Und t a uc h i n s D unke l N a c kt und a l l e i n , D a s ti e fe R e i c h Wi r d me i n , i c h s e i n. Groß’ Wunder husche n D ur c h D i c ki c ht hi n , Q ue l l a d e r n s p r i ng e n Im ti e fs t e n S i nn , O s p r ä ng no c h ma nc he , I c h kä m i n ’ K e r n , In s H e r z d e r W e l t A l l e m na h , a l l e m fe r n. (1 8 9 3) Die Dichter und die Zeit Wir sind dein Flügel, o Zeit, doch wir nicht die tragende Klaue! Oder verlangst du so viel: Flügel und Klaue zugleich? (1898 ?) Ballade des äußeren Lebens Und Kinder wachsen auf mit tiefen Augen, die von nichts wissen, wachsen auf und sterben, und alle Menschen gehen ihre Wege. Und süße Früchte werden aus den herben und fallen nachts wie tote Vögel nieder und liegen wenig Tage und verderben. Und immer weht der Wind, und immer wieder vernehmen wir und reden viele Worte und spüren Lust und Müdigkeit der Glieder. Und Straßen laufen durch das Gras, und Orte sind da und dort, voll Fackeln, Bäumen, Teichen, und drohende, und totenhaft verdorrte… Wozu sind diese aufgebaut? Und gleichen einander nie ? Und sind unzählig viele ? Was wechselt Lachen, Weinen und Erbleichen? Was frommt das alles uns und diese Spiele, die wir doch groß und ewig einsam sind und wandernd nimmer suchen irgend Ziele ? Was frommt’s, dergleichen viel gesehen haben? Und dennoch sagt der viel, der „Abend sagt, ein Wort, daraus Tiefsinn und Trauer rinnt wie schwerer Honig aus den hohlen Waben. G u t e n S t u n d e H i e r l i e g i c h , mi c h dü nkt e s d e r G i p fe l d e r W e l t , H i e r ha b i c h ke i n H a u s , und hi e r ha b i c h ke i n Z e l t! Die Wege der Menschen sind um mich her, Hinauf zu den Bergen und nieder zum Meer: Sie tragen die Ware, die ihnen gefällt, Unwissend, daß jede mein Leben enthält. Sie bringen in Schwingen aus Binsen und Gras Die Früchte, von denen ich lange nicht aß: Die Feige erkenn ich, nun spür ich den Ort, Doch lebte der lange vergessene fort! Und war mir das Leben, das schöne, entwandt, Es hielt sich im Meer, und es hielt sich im Land! (1 8 9 6 ?) B e s it z Gr o ß e r G a r t e n l i e gt e r s c hl o s s e n , W e i t e s c hw e i g e nd e T e r r a s s e n. Müßt mich alle Teile kennen, Jeden Teil genießen lassen! Schauen auf vom Blumenboden , Auf zum H i mme l dur c h G e zw e i g e , Lä ng s d e m B a c h i n s F r e md e s c hr e i t e n! Niederwandeln sanfte Neige: Dann, erst dann komm ich zum Weiher , D e r i n s ti l l e r M i tt e s p i e g e l t , M i r d e s G a r t e n s g a nz e F r e ud e T r ä ume r i s c h v e r e i nt e ntr i e g e l t. Aber solchen Vollbesitzes Tiefe Blicke sind so selten! Zwischen Finden und Verlieren Müssen sie als göttlich gelten. All in einem, Kern und Schale, Dieses Glück gehört dem Traum … T i e f b e gr e i fe n und b e s i tz e n! Hat dies wo im Leben Raum? …

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