| Books | Libros | Livres | Bücher | Kitaplar | Livros |

Gedichte – George Byron

Sie wallt in Schönheit wie die Nacht, Wenn wolkenlos die Sterne ragen; Was Hell und Dunkel lieblich macht, Wird dir ihr Aug‘ und Antlitz sagen, Wo sich ein holder Licht entfacht, Als wenn die Himmel heiter tagen. Ein Schatten mehr, ein Strahl davon Würd‘ jene hohen Reize schwächen, Die aus der Flechten Rabenton Und aus der Miene Zauber sprechen, Wo Lichtgedanken künden schon, Aus welchem reinen Haus sie brechen. Und auf der Wange, die so blüht, Und auf der Stirne steht geschrieben, Im Lächeln, das ins Herz uns glüht, Daß sie nur voll von Tugendtrieben, Daß mild und friedlich ihr Gemüth, Und Unschuld athme nur ihr Lieben. Die Harfe, die der Sänger schlug 1 Die Harfe, die der Sänger schlug, Der König, Gottes Augenweide, Die einst Musik am Herzen trug Und sie durchweht mit sanftem Leide, Sie weine nun, zerrissen ist die Saite! Sie rührte manche Erzgestalt, Gab Tugend ihr, die der nicht eigen; Kein Ohr so taub, kein Herz so kalt, Um bei dem Ton nicht Glut zu zeigen, Bis Davids Thron der Leier sich mußt‘ neigen! Sie kündete des Königs Ruhm, Sie rauschte unsres Gottes Ehre; Jed‘ Thal ward ihr zum Heiligthum, Die Ceder lauschte und die Aehre, Ihr Ton stieg aufwärts in des Himmels Sphäre! Hört man den Klang auch nicht mehr hier, So hebt doch Frömmigkeit und Liebe Den kranken Geist nach dem Revier, Aus dem’s ihm klingt wie höh’re Triebe; O daß den Traum nicht Tageslicht zerstiebe! Wenn dort in jener höhern Welt Wenn dort in jener höhern Welt Die Liebe darf noch weiter leben, Wenn uns das Herz noch zärtlich schwellt, Und nur im Aug‘ nicht Thränen beben – Wie schön, dann dort hinauf zu schweben! Wie süß des Todes Stunde gar! Wie leicht, die Furcht dahin zu geben Im Lichte, das von Anfang war! Es muß so sein: kein kind’scher Grund Läßt uns erbeben so am Rande; Wir wollen über jenen Schlund, Doch hängen fest am ird’schen Bande. O daß in jenem höhern Lande Jed‘ Herz das andre wiederfänd‘ Und mit ihm tränk‘ am ew’gen Strande, Daß Seele sich an Seele bänd‘! Auf Juda’s Bergen Auf Juda’s Bergen die Gazelle Springt fröhlich noch zur Stund‘, Und trinkt von jeder Lebensquelle, Die fließt auf heil’gem Grund. Sie hüpft so froh, ihr Auge, klar Glänzt von Entzücken wunderbar. Gleich flücht’gen Schritt und Aug‘ gleich helle Sah Juda einstmals hier, Und auf der alten Freuden Stelle Noch schön’re Menschenzier. Die Cedern wehn auf Libanon, Die schlankern Mädchen sind entflohn. Der Palme ward mehr Glück und Segen Als Israels Geschlecht; Sie darf noch, wo sie wurzelt, regen Ihr anmuthvoll Geflecht. Sie kann nicht lassen ihren Ort, Sie kommt in andrem Grund nicht fort. Wir aber ziehen fort, um später Zu ruhn im fremden Land; Und von der Asche unsrer Väter Bleibt unsere verbannt, Von unsrem Tempel blieb kein Stein, Auf Salem’s Thron sitzt Hohn allein. O weint um Die. O weint um die, die schrien an Babels Strom Ums Vaterland und den zerstörten Dom! Weint um die Harfe Juda’s, die zerbrach! Wo einst ihr Gott, thront gottlos jetzt die Schmach! Wo soll das Volk ausruhn den blut’gen Fuß? Wann wieder tönt der süße Zionsgruß? Wann freut die Herzen Juda’s Melodie, Die einst gehüpft vor ihrer Harmonie? Wo legt, ihr Stämme, einstens denn zur Ruh Die müde Brust, den staubbedeckten Schuh? Die Taube hat ihr Nest, der Fuchs die Schluft, Der Mensch sein Heim – doch Juda nur die Gruft! An Jordans Ufer. An Jordans Ufer graset das Kameel, Auf Zion’s Höh‘ kniet nicht mehr Israel, Auf Sinai beugt sich der Knecht des Baal – Selbst dort – o Gott! schläft deines Donners Strahl! Dort, wo die Tafeln deine Hand gemalt! Dort, wo dein Schatten auf dein Volk gestrahlt! Mit Feuergarben du dein Haupt umwebt: Du, den kein Mensch erschaut – und weiter lebt! Schick‘ deinen Blick mit Blitzen auf dies Land Und schlag‘ den Speer dem Dränger aus der Hand: Wie lange soll hier hausen Trotz und Spott? Wie lang‘ verwaist dein Tempel sein – o Gott?

.

PDF Herunterladen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

PDF • Kostenlose eBooks © 2020 | Free Books PDF | PDF Kitap İndir | Baixar Livros Grátis em PDF | Descargar Libros Gratis PDF | Telecharger Livre Gratuit PDF |