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Die cumäische Sibylle – Konrad Weiß

Daß in mir aufersteht, der ich begrabe, was in mir west, und ich bin nur sein Neid, in mir ersteht schon knospengleich befreit, und ich bin schmacklos nur die Honigwabe, ich auferstanden voller Kummerhabe, ich wachse nicht, bin Zelle nur der Zeit, die Honig gießt, und der Erbarmen schreit, o Mutter aller Dinge sieh dein Knabe, dein Kelch ich im Genuß dem Menschensohn. Wie darf dies Wort sein eignes Wesen dulden und schrickt nicht in mich voll von Erdenhohn. Es schrickt und wird im Schrecknis seiner rein, da trägt der Kelch nun eines Menschen Schulden, wie ist der letzte Kern so arm und klein. (22.4.1918) Stationen von Neid und Wort (7. bis 28.12.1917) GERICHT IM WORTE Daß nur mich deine Ruhe nicht erdrücke, auflodernd in mir, daß in taube Stücke dir sinnlos ich mich tue, zehrend und gezehrt von Glück und Neid, noch ganz von meinem Ziele, selbst dem Schalke in mir dich schlagend wie im Wechselbalge, als ob er spöttisch spiele, noch geneigt, wie bin ich dir gefeit, je mehr ich dir im Worte urteilsloser geliefert in die Fügung bin und bloßer mich gönne bis zum Morde, neu beginnst du mit mir deine Zeit. WANDLUNG IN BÜRDE Schwankt eine Biene honigschwer zum sichern Baue, wie bürdet sie sich sacht, ihr gleich doch ich wie wangenleer, mich hitzt nur erst mit dir der Lauf zur Speise, der ich wandelnd mich vertraue, wie hungert mich der Fracht. Wie atemschwer schon über Kraft im Gegensprießen schwärmt aus mein Angesicht, hintaumelnd steigt in mir dein Saft und nimmt von mir doch mehr nicht auf, als was ich schon genoß und im Genießen mich reißt in mein Gewicht. DER STETE FALL ZUR ERDE Von solcher Kreatur mit Schärfe ohne Ende, doch nur im Erdreich hart und wo die Spende verschließt den Hals, keim ich auf deiner Spur. Dir nicht zu werden schal, dein Gnadentau wie Regen netzt dir den Fuß und der ich dich will pflegen, ich muß im Salz erliegen ohne Wahl. Daß ich dir widerfuhr, die Erde bin, du Gänger, sie bleibt getreuer als der Troß Anhänger des Kreuzwegfalls, ein Abdruck deiner Spur. IMMERWÄHRENDE MUTTER Niemand eins wie du mit meinem Leben, sterblicher von dir in mich gegeben, mir fällt deine Angst noch ärger zu, dein Mutterschauer leibhaft ich, und saugt von deinen Brüsten rastlos mich ein Wort, das zu verwüsten all Geschlecht aus dir verbrandend laugt dich ehrne Mauer. Kern und Sinn uns kund, dich rein zu erben, neidet, was wir tun, wir müssen sterben, trinken muß mein Wesen selbst mein Mund in gleicher Dauer. (Jesus an Maria) GESPANN DES KREUZES Als ob mir nehme die Weitergabe meinen besten Teil an dem lebendgen Wort, da jetzt von meiner Schulter fort wie aus zerrißner Brust ein Keil, mir jetzt am schwächsten sich löst, daß ich in stiller Feme noch selbst mich lähme, wie hängt mein Denken endlos doch am Seil, an meinem Leidenshort, man geht mit mir zum eignen Mord, Vermessener, zu deinem Heil, schwer auch dem Nächsten, verbirg es, daß kein Aug sich gräme.

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