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Ludwig Börne – Konrad Alberti

Der hundertjährige Geburtstag Ludwig Börne’s, des großen deutschen Schriftstellers und Publicisten, ist die Veranlassung zur Veröffentlichung der nachfolgenden Studie. Dieselbe bietet sich dem Leser somit als eine Art Gegenstück meiner im vorigen Jahre im gleichen Verlage erschienenen Schrift „Bettina v. Arnim“ dar. Hoffentlich hat dieselbe sich auch eines gleichen Erfolges beim Publikum und bei der Kritik zu erfreuen, wie die letztere. Die Stimmen der ersten deutschen Beurtheiler vereinigten sich im Lobe jener kleinen anspruchslosen Schrift, darunter auch die ernster Männer der Wissenschaft, wie Moritz Carrière. Ihnen Allen sei hiermit bestens gedankt und der vorliegende Versuch einer Würdigung des Landsmannes Bettina’s ihrem Wohlwollen bestens empfohlen. Dies Büchlein tritt ebenso anspruchslos, ebenso bescheiden auf wie jenes vorangegangene. Ich schreibe nicht für einen kleinen Kreis von Fachgelehrten, denen ich Neues sagen zu wollen mich nicht vermesse, ich schreibe für das größere gebildete Publikum und begnüge mich, diesem eine wahrheitsgetreue und ausreichende Darstellung des Stoffes, so wie ein paar ihm neue und es anregende Ideen in Bezug auf denselben zu bieten. Daß dies auch in dem vorliegenden Buche geschieht, glaube ich behaupten zu dürfen. Uebrigens dürfte vielleicht auch manchem Literarhistoriker die übersichtliche Zusammenfassung des Stoffes und die objektive Darstellung der Materie nicht unerwünscht sein. Daß auch vom rein literarhistorischen Standpunkt eine neue biographisch-kritische Würdigung von Börne’s Leben und Schriften nicht überflüssig ist, dürfte von keinem Kundigen bestritten werden. Seit dem Erscheinen der letzten größeren Schriften über Börne ist manches veröffentlicht worden, was auf einzelne Theile seines Lebens neues Licht wirft. Ueberdies sind die vorhandenen Schriften über Börne alle mehr oder minder parteiisch gefärbt, die einen verherrlichend, die anderen verurtheilend. Die vorliegende Schrift hält zwischen beiden die Mitte und bemüht sich sowohl über den Politiker als über den Schriftsteller und den Menschen Börne so vorurtheilsfrei als möglich zu urtheilen. Ein wenig Partei muß ja der Mensch immer nehmen, und die eiserne Objectivität ist ein der Menschennatur kaum angemessener Zustand. Die Acten über Börne dürften nunmehr wohl so gut wie geschlossen sein, denn bezüglich dessen, was noch an Documenten zu seiner Biographie aussteht — die Briefe von Henriette Herz und Jeannette Wohl-Strauß an ihn — scheint wenig Hoffnung auf Veröffentlichung vorhanden zu sein. Daher dürfte eine letzte zusammenfassende Schilderung und Beurtheilung des Lebensganges und der Schriften Börne’s gerade jetzt gelegen kommen. Es war ursprünglich vom Verfasser beabsichtigt, der Studie noch eine Auswahl aus Börne’s Schriften folgen zu lassen. Aber der Gedanke wurde in der Erwägung fallen gelassen, daß die Auswahl entweder nur eine ganz beschränkte und alsdann ungenügende, oder eine umfassende und alsdann überflüssige sein müsse, weil der billige Preis verschiedener Gesammtausgaben die Anschaffung derselben auch weniger Begüterten leicht ermöglicht. — Bei der Aufsuchung und Beschaffung des ziemlich zerstreuten und verschletterten Materials wurde ich von verschiedenen Seiten warm unterstützt und durch zahlreiche Hinweisungen und handschriftliche Privatmittheilungen erfreut, ganz besonders von Seite der Herren Dr. G. Karpeles in Berlin und Elias Ullmann in Frankfurt a/M. Ihnen allen meinen herzlichsten Dank. Berlin, im Januar 1886. D.


V. Quellen, Literatur ec. Briefe des jungen Börne an Henriette Herz. Leipzig 1861. Nachgelassene Schriften Börne’s. VI Bde. Mannheim 1844-50. Ungedruckte Urtheile Börne’s über Heine. Frankfurt 1840. Dormo, Denkschriften und Briefe V. Bd. Berlin 1841. Arthur Müller, Moderne Reliquien. Berlin 1845. Karl Gutzkow, Börne’s Leben. Hamburg 1840. Heine, über Börne, Hamburg 1840. Börne’s französische Aufsätze mit Einleitung von Cormenin. Deutsche Ausgabe, Leipzig 1847. Gervinus, historische Schriften, Bd. VII. E. Beurmann, Börne als Charakter und in der Literatur. Frankfurt 1837. Eduard Meyer, Gegen Börne, den Wahrheit-, Recht- und Ehrvergessenen Schriftsteller aus Paris.

Altona 1631. Gabriel Rießer, Börne und die Juden. Altenburg 1831. August Boden, Heine und Börne. Mainz 1841. Henriette Herz, ihr Leben und ihre Erinnerungen, herausgegeben von J. Fürst. Berlin 1850. Aus Schleiermachers Leben in Briefen, Bd. I. und II. Berlin 1860, Wolfgang Menzel, Denkwürdigkeiten, herausgegeben von Konrad Menzel. Ferdinand Backhaus, B. in seinem literarischen Wirken. Zittau 1837. Alfred Meißner, Erinnerungen an Heine. Hamburg 1856. K. v. Holtei, Vierzig Jahre. F. A. Brockhaus‘ Leben von Heinr. Brockhaus, II. Bd.

G. Karpeles, Lichtstrahlen aus Börne. Mit Einleitung. Leipzig, 1870. Ludwig Kalisch, Pariser Leben. Mainz 1880. Treitschke, deutsche Geschichte, III. Bd. Leipzig 1886. Dr. Reinganum, Biographie in der Gesammtausgabe von Börne’s Werken. Hamburg 1862. Carl Grün’s Biographie in der Gesammtausgabe von Börne’s Werken. Wien 1868. Allgemeine deutsche Biographie III. Börne v. M. Carrière.

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