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Rätsel – Johann Meyer

Ob du es magst, – gewiß! du bist Bei andern dann in Ehren, Wenn du es hast; doch wer es ist Trug nicht darnach Begehren; Dem Nächsten, dem man es gewährt, Erscheint’s wie eine Gabe, Und wer es ist für seinen Herd, Der schlummert schon im Grabe. Du selbst, mein Kind, du bist es oft Und sagst es oft, – doch siehe, Wenn du es bist, – kam’s unverhofft, Wenn du es hast – mit Mühe. Ich wünsch‘ es für dies Rätsel mir, Ich seh mir’s gern bereiten, Doch wehe dir und wehe mir, Sind wir’s für alle Zeiten. 2. Dreisilbige Charade. Die Erste windet gleich der Schlange Sich durch das Gras am Boden hin; Jedoch kein Tier, – sei nur nicht bange, Wenn manche Tiere auch darin. Dir selbst in heißer Tagesstunde Sie Kühle wohl und Labung bot, Und dennoch fand in ihrem Grunde Schon manches Kind den jähen Tod. Die letzten zwei sind sehr verschieden Nach ihrem Nutzen im Gebrauch; Du siehst sie oft beim Invaliden Und oft beim Spiel der Kinder auch. Dort bieten sie ein Bild zum Weinen, Erinnernd an des Krieges Leid, Hier machen größer sie die Kleinen Mit Hilfe der Geschicklichkeit. Das Ganze zeigt sich stets manierlich, Und macht dir seinen Bückling schön, Es ist ein Vöglein gar possierlich Und bei der ersten oft zu sehn. 3. Rätsel. Ich kenn‘ ein Ding, Klein und gering Und will’s im Liede preisen. Der Hand, die just den Schlüssel dreht, Dem Jäger, der im Anschlag steht, Tut’s einen Dienst erweisen. Auch an der Uhr Ist seine Spur Gar häufig wahrzunehmen; Und sicher merkt auch der sie gut, Der gern einmal im Lehnstuhl ruht, Dem weichen und bequemen. Im Wagen auch Ist’s im Gebrauch‘ Und selbst an mancher Falle, Auch sitzt es oft am Hute fest, Du findest es im Vogelnest‘ Und gar im Hühnerstalle. Und sollten sie, Die’s haben, früh Ihr Morgenlied beginnen: – Ich zweifle nicht, wenn sie es nun Ganz früh an einem Morgen tun, – Daß du noch liegst darinnen. Ja, weißt du was? Machst du es naß Und läßt es lustig gleiten, So dient’s dir oft als scharfes Schwert, Vielleicht noch mehr als dieses wert‘, Dein Recht dir zu erstreiten. Schon mancher hat Sich in der Tat Den Ruhm damit errungen, Gar großen Ruhm für alle Zeit. Weil er sich zur Unsterblichkeit Dadurch emporgeschwungen. Nun nimm einmal Den scharfen Stahl, – Du kannst es ohne Grauen, – Und hältst du dir ihn vors Gesicht, So wirst du auch, – ich zweifle nicht, – Zugleich die Lösung schauen. 4. Logogriph. Ich kenne einen alten Mann, Du sahst ihn sicher dann und wann, Er zählt wohl gegen achtzig Jahr, Und silberweiß ist ihm das Haar. Sein hohes Alter drückt ihn sehr, Er wankt gebückt am Stab einher, Und wer ihm just begegnen tut Zieht erfurchtsvoll vor ihm den Hut.


Nimmst du den alten Mann beim Schopf‘ Und ihm erbarmungslos den Kopf, Sogleich wird ein Getreide draus, Das wohlbekannt in jedem Haus. Willst du es aber wachsen seh’n So mußt du auf die Reise geh’n, Wir haben’s durch die zweite Hand, Und aus der Ferne wird’s gesandt. Noch einmal brich ohn‘ Gnad‘ den Stab, Schlag auch den Kopf der Pflanze ab, Und ganz was and’res wird es sein, So hell wie Glas, so hart wie Stein. Wie eine Brücke von Krystall Die manchen schon gebracht zu Fall, Ja manchem gar den Tod gebracht, Der sie betrat mit Unbedacht. Nun aber mache dich daran, Sag‘ mir geschwind, wie heißt der Mann, Sag‘ wie die Pflanze wird genannt Und ob die Brücke dir bekannt. 5. Logogriph. Mein liebes Kind, nun rat einmal, Ich kenne eine kleine Zahl; Mit W davor wird’s gleich ein Trank Mit Sch und r ein Schrank, Mit einem P tut’s häßlich weh‘. Mit B gebrauch‘ ich’s, wenn ich geh‘, Mit S und t liegt’s oft im Sand‘, Mit L gibt’s oft ein kühl‘ Gewand, Mit Sch gewährt’s das Licht, Mit k steht’s oft, wo was gebricht, Mit Sch und w ein Vieh, Das es mit einem r ist nie, Mit einem m gehört es mir, Mit einem d gehört es dir, Mit einem s – uns beiden fern, Mit einem f – bei großen Herrn, Mit k und l ist’s nimmer groß, Und hast du’s Wörtlein noch nicht los, Und bittest mich, daß ich dir’s nenn‘, So sag ich’s dir mit einem n.

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